Neu: Maden zum Mittag

Nördlich von Cairns erstreckt sich die Cape York Peninsula. Dort ist bis heute die  indigene Kultur so lebendig und vielfältig ist wie sonst nirgendwo in Queensland. Für das Magazin „Abenteuer und Reisen“ folgte ich den Spuren der Aborigines und tauchte in ihre Lebenswelt ein.

Und lernte, welch ein Supermarkt der Natur drei der typischen Biotope der Halbinsel sind: der tropische Regenwald, das offene Busch und Grasland der Savanne und die Küste mit ihren Mangrovenwäldern und Gezeitenzonen.

Willie Gordon verriet mir, welche Blätter Seife ersetzen. Und holte, um den kleinen Hunger zu stillen, ein kugelartiges Gebilde mit langen Grasbüscheln, aus dem Busch. Mit einem kräftigen Messerschlag öffnet er seinen Fund.

Lauter weiße Maden tummeln sich im Innern: Muthurr, wie sein Stamm sagt. Besser bekannt auch als Witchetty Grubs – fette, bis zu 15 cm lange und 3 cm dicke Käferlarven. Willie legte sie auf die Hand, riss ein  ein paar Grashalme aus, wickelte sie um das Krabbelgetier, entzündete das kleine Päckchen. Und servierte sie mir als Power-Riegel aus dem Outback.

Was in ihm steckt, wurde längst infolge des Siegeszugs von Bush Tucker wissenschaftlich analysiert. 100 g Madenfleisch enthalten 19,1 % Fett, 15,1 % Eiweiß, 10mg Thiamin und 5 mg Vitamine C. Roh schmecken die Tiere ein wenig wie Mandelmus. Gegrillt färbt sich das Innere gelb wie ein Ei. Und die Haut wird so knusprig wie beim Hähnchen.

Manche Stämme wie die Walpiri nutzten das Madenfleisch auch als Medizin. Zur Paste verarbeitet, lindern die Larven Augenschmerzen. Doch jetzt erst einmal: guten Appetit. Holt euch Heft 1/2_2020 von Abenteuer und Reisen und lasst euch ins ferne, wundervolle Australien entführen! 

Neugierig, was ich noch auf Abenteuer und Reisen veröffentlicht habe? Dann klickt mal hier! Einige Beiträge fehlen, da nicht alle Artikel online gestellt werden.

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